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Dienstag, 11. Dezember 2012

Im Norden ´ne Welle machen - Kelly Slater, North Shore und Sea Turtles


Nach unserem kurzen Zwischenstopp auf der DOLE Ananas-Plantage fahren wir weiter, vorbei an nicht enden wollenden Ananas-Feldern, Richtung North Shore. Es ist im übrigen unter Strafe ($ 5.000) verboten, die Früchte vom Feld zu pflücken, geschweige denn, sie dann von der Insel auszuführen. 
Ananas Felder
Von weitem sehen wir schon den Pazifik an die breite Küste schwappen. Die Sonne lässt das Wasser türkisfarben schimmern. Ein wunderschöner Anblick, der gleich zum reinspringen aufruft. 
Hale´iwa empfängt uns mit seinen alten Ortsschildern - ein vielgeknipstes Fotomotiv. 


Hier oben scheint sich die Welt etwas langsamer zu drehen und die Menschen sind sehr entspannt. Gerade finden zum 30. Mal die VANS Triple Crown of Surfing an der North Shore statt. Drei Events (im November und Dezember 2012) an drei unterschiedlich, aber nah beieinander liegenden Stränden. Die weltweit besten Wellenreiter kommen extra für diese Wettbewerbe hierher. Heute ist der letzte Tag des zweiten Events, dem VANS World Cup of Surfing am so genannten Sunset Beach. Um die Jungs und Mädels die Wellen reiten zu sehen, sind wir extra zeitig aus Honolulu losgefahren. Als wir am Beach ankommen wird jedoch bereits die Bühne abgebaut. Ich bin enttäuscht. 

Erst in zwei Tagen startet an der Bonsai Pipeline der nächste Contest - die Billabong Pipe Masters. Einer der Abbau-Jungs weiß jedoch zu berichten, dass man auch ohne Wettbewerb die Surfer sehen kann, denn sie können ja die Hände nicht vom Brett lassen. Das zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht, und wir halten bei den kommenden Stränden nach Wellen und Köpfen im Wasser Ausschau und werden auch fündig. Das Wetter ist wunderbar. Mit Sandwich und kühlen Getränken nehmen wir im Sand Platz und genießen den Ausblick, die Wellenreiter und die leichte Pazifikbrise, die uns um die Nase weht.



Den Sonnenuntergang schauen wir von den Liegen am Pool des Hotels. 


Vor uns die wellenreiche See. Nun heißt es fix unter die Dusche und fertig machen, denn gleich wird der begehrte Award "Surfer Poll 2012"  - der Oscar für Surfer - verliehen. Neben den 10 besten männlichen, 5 besten weiblichen Surfern der Welt, wird auch der übelste Sturz(worst Wipeout), die beste Wellendurchfahrt (Barrel) und der Nachwuchs-Preis ( best Breakthrough) mit einem Preis geehrt. Wir haben Glück, und die Verleihung findet direkt in unserem Hotel statt. In der hoteleigenen Bar gibt es eine Live-Schaltung vom Festsaal. Wir sind rechtzeitig da und ergattern einen der letzen Plätze mit super Blick auf die Leinwand und die aufgeregte Crowd. Selbst die Preisgekrönten und Nominierten lassen es sich nicht nehmen, kurz in der Bar aufzutauchen und mit ihren Surfer-Kollegen, Family und Fans anzustoßen. Das Interessante ist, dass sich keine Promis aus Film und Musik blicken lassen.  Etwas ungewöhnlich, wie ich finde, wo es doch bei jeder Sportart prominente Fans gibt und  es Surfer-Filme gibt wie z.B. "Chasing Mavericks" (Gerard Butler), "Point Break" (Keanu Reeves) und "Soul Surfer" (Dennis Quaid) - der sogar hier an der Küste gedreht wurde. Meine Schlussfolgerung daraus:  die Wellenreiter sind sich selber genug und feiern lieber unter sich. Auch okay. Kelly Slater wurde dieses Jahr erneut auf Platz 1 gewählt - bereits 11x holte er sich den Weltmeistertitel!

Die Strände sind atemberaubend schön und fast Menschen leer, da es so viele an der gesamten Küste gibt. Der Sand ist ganz weich und man sinkt beim Laufen darin ein, so dass man bei langen Distanzen schon seine Waden spürt. 







Eine "Sehenswürdigkeit" ist Matsumoto, ein Eisladen im Ort. Der Japaner Mamoru Matsumoto ka nach Haleiwa und eröffnete seinen Gemischtwarenladen in den 50er-Jahren, wo er auch Eis anbot. Heute dominiert die besondere Kaltspeise, Shaved Ice genannt. Gefrorenes Wasser wir ganz klein gecrashed, mit Spachtel in eine Kugel geformt, mit bunten Sirupsorten eingefärbt und somit mit dem gewünschten Geschmack versehen. Unter der Eis Kugel befindet sich noch ein Klacks Speiseeis. Die Schlange  der Wartenden ist lang. Vor dem Laden kämpfen die Touristen mit ihren schnell schmelzenden Eisbergen. Was für ein Anblick. Klebrige Hände sind garantiert, aber es lohnt sich, das in Kauf zu nehmen.  Super lecker. 



Viele Geschäftsleute versuchten es Matsumoto nachzumachen und haben  auch Shaved Ice-Läden eröffnet, jedoch kann der Matsumoto-Familie keiner das Wasser reichen. 

Das Hotel, in dem wir untergekommen sind, ist quasi das Einzige an der nördlichen Küste von Oahu. Sonst kommt man als Urlauber eher privat unter, in dem man sich via Internet ein Zimmer oder Haus mietet. Viele der Touristen buchen nur einen Tagesausflug von Honolulu/Waikiki (52 km) aus. Definitiv zu wenig Zeit, wie ich finde. Wir sind happy, dass wir mit unserem Leihwagen ungebunden sind.  
Zum breit gefächerten Angebot des Hotels gehört u.a. ein morgendlicher Ukulele-Unterricht, für den ich mich sofort begeistern lasse. Pünktlich um 9 Uhr morgens finde ich mich neben zwei weiteren Neugierigen und einem Profi, der gleich mit seinem eigenen Ukulele-Köfferchen ankommt, auf der Couch in der Lobby wieder. Tutu, so heißt die Lehrerin, ist waschechte Hawaiianerin und ein absoluter Meister auf dem kleinen Saiteninstrument. 
Tutu Janet
Schnell stellt sich raus, dass sie auch klasse Geschichten aus ihrem Leben zu berichten hat, jedoch überwiegen diese und wir kommen nur wenig zum Spielen bzw. Lernen. Keiner möchte unhöflich sein, und so lauscht jeder gespannt den Geschichten Tutus. Ein paar Klänge lerne ich dann doch noch. Tutu legt uns mehrfach ans Herz, ihre CD zu kaufen, wo der Unterricht quasi weitergeführt wird. Da ich mich nicht wirklich täglich Ukulele üben sehe und meiner Familie mein Gespiele für kommende Feste ersparen möchte, lehne ich ab.

Ganz oben auf meiner Wunsch-Fotoliste, die ich mir immer mache, bevor ich auf Reisen gehe, stehen Sea Turtles. Es gibt verschieden Stellen, an denen die urigen Tiere an Land kommen. Als wir von der Straße aus eine Menschentraube am Strand sehen, heißt es in die Eisen gehen und rausspringen. In der Tat, ein besonders schönes und großes Exemplar schiebt sich, etwas von den anschwappenden Wellen angetrieben, aufs Festland. Eine Traube asiatischer Touristen hält alles hoch was in irgendeiner Weise Foto oder Videoaufnahmen machen kann und sind ganz aufgeregt beim Anblick dieses gemütlichen Riesen. 



Ein Tierschützer muss die aufdringliche Menge schließlich mit einem roten Seil von der Schildkröte fern halten, sonst würden sie noch versuchen, das Tier auf den Arm zu nehmen oder sich drauf zu setzen für ein Foto. Ich zücke meinen Teleobjektiv und beobachte die Schildkröte aus der Ferne. Unbemerkt von der Menschenmenge schiebt sich eine zweite Schildkröte etwas abseits ebenfalls aufs Land -ich ergreife die Gelegenheit für eine ungestörte Fotosession. Wirklich beeindruckend diese Tiere. Eine Begegnung, die ich so schnell nicht vergessen werde.




Das absolute i-Tüpfelchen an diesem Tag ist jedoch das Billabong Pipe Masters. Für heute sind 12 Fusß (ca 4 Meter) hohe Wellen angesagt. Perfekt für alle Surfer, die heute im Wettbewerb antreten. An der Bonsai Pipeline ist schon reichlich Betrieb, als wir gegen Mittag eintreffen. Mit offenen Mündern und riesigen Teleobjektiven warteten die Gäste auf den nächsten Surfer, der es wagt, eine der Wellen zu reiten, sie zu durchqueren und unbeschadet am Ende des Tunnels herauszukommen. Den Wenigen, den es gelingt, ist ein tosender Applaus vom Publikum gewiss. Manche Surfer warten vergeblich auf eine Welle, da es eine Zeitvorgabe beim Wettbewerb gibt. 
...Teilnehmer warten auf die nächste Welle...
...Publikum und Fotografen am Banazai Pipeline Beach...










Can you see the surfer???
Ich habe absolut keine Ahnung von diesem Sport, aber es bereitet große Freude zuzusehen, und es fasziniert mich. Eins ist gewiss, bei meinem nächsten Oahu-Besuch lerne ich statt Ukulele spielen das Surfen.

Danke für`s Lesen, aloha und bis baldo,

Euer Echo Girl

Montag, 14. Februar 2011

Valentinstag und ein Geschenk für Gerard

Valentinstag - überall glückliche, knutschende Pärchen, Herzen-Deko in Restaurants und Läden, Männer mit Blumensträuße, die an mir vorbei laufen.
Eine junge Dame hatte die glorreiche Idee eine Tüte Süßigkeiten (mit Herzen beklebt) an den Junggesellen Gerard Butler zu überreichen und wurde prompt von ihm mit einer Umarmung und einem Wangenkuss belohnt. Sie wurde ganz rot und stand völlig überwältigt da. Die restlichen Fans, die vor dem Berlinale Palast auf Gerard und den Rest der Crew vom britischen Wettbewerbsbeitrag „Coriolanus“ warteten bekamen lediglich ein Autogramm, wenn sie Glück hatten. 
Für das offizelle Red-Carpet-Foto schiebt sich die ganze Film-Crew zusammen. Ralph zupft seinem Freund und Kollegen Gerard noch einen Fussel vom Revers und dann heißt es smile und das Blitzlichtgewitter beginnt. Mit einer Lockenpracht und janz schlank kommt er daher, Mr.Butler. Hätte ihm am liebsten `nen Pausenbrot angeboten, damit er nicht vom Fleisch fällt, der Arme. 



Der Film, unter Regie von Ralph Fiennes, ist eine Shakespeare-Adaption und spielt im heutigen Rom. An die Art der Dialoge muss man sich erst gewöhnen, jedoch erntete der Film großen Applaus. In einer Nebenrolle spielt Lubna Azabal, die mit dem Film „Incendies“ für den Oscar 2011 in der Kategorie Ausländischer Film nominiert ist. Resumé: sehenswert.



Bevor der Film losging wurden die besten europäischen Nachwuchsschauspieler (Shooting Stars – europe`s best actors 2011) geehrt. In der Jury u.a. Heike Makatsch, die auch die Preisträger anmoderierte. Der Preis, die „Maria“, benannt nach der Figur des Fritz Lang Filmes „Metropolis“, wurde von Ralph Fienes an jeden einzelnen Schauspieler überreicht. Unter den Preisträgern aus zehn unterschiedenen Europäischen Ländern wurde u.a. Alexander Fehling aus Deutschland geehrt. Von dem jungen Mann wird man sicher noch einiges hören und vor allem sehen.  :-)

Ein weiterer Film, den ich heute gesehen habe und Liebhabern des britischen Humors ans Herz legen möchte, ist "The Guard". Ich hab mich köstllich amüsiert. Da fragt man sich doch, warum so ein Film in der Kategorie "Panorama" und nicht im "Wettbewerb" läuft !


Das war`s kurz und knapp,
auf baldo und danke fürs Lesen,
Euer Echo Girl

Sonntag, 13. Februar 2011

61.Internationale Filmfestspiele Berlin

Berlinale 2011 


Die 61.Internationalen Filmfestspiele Berlin sind nun schon vier Tage alt. Diese insgesamt zehn Festivaltage verfliegen jedes Mal im Nu. Ein Trubel in Berlin und eine tolle Atmosphäre. Ich liebe das. Filmliebhaber, Presse, Filmschaffende, Autogrammjäger treffen auf einander und teilen ihre Leidenschaft - den Film. Und nicht zu vergessen, die Berlinale ist das größte Publikumsfestival auf der Welt.

Zur Eröffnung kam der Dude himself durch die Hauptstadt geritten, um seinen aktuellen Film „True Grit“, zusammen mit den Coen Brothers vorzustellen und Deutschland-Premiere zu feiern. Lässig wie immer, schlenderte er über den roten Teppich.

Für die, die das Prozedere nicht kennen erklär ich’s mal kurz. Die Akkreditierung beantragt man Monate im Voraus. Diese Anfrage wird dann geprüft und im besten Falle bestätigt. 100 Euro kostet dieser Pass mittlerweile. Vor zwei Jahren waren es noch 50 Euro. Im Preis inbegriffen ist eine der begehrten Berlinale Taschen - dieses Jahr aus Bio-Baumwolle. Mit meiner Akkreditierung bekomme ich kostenlos pro Film ein Ticket. Dieses ist immer an die Akkreditierung gebunden. Dafür muss ich mich jedoch trotzdem jeden Tag anstellen, für die Vorstellungen am kommenden Tag. 
Ticket Schalter für Akkreditierte
 Die letzten Tage hieß das 5.30 Uhr hoch. Draussen ist es noch dunkel. Da steht man dann völlig verpennt in der Schlange mit hunderten anderen Filmverrückten. Einige fühlen sich berufen für Ordnung zu sorgen und genau aufzupassen das sich ja niemand vordrängelt. Beim täglichen Austausch über Inhalte und Empfehlungen stellt sich schnell heraus, das manche 4-5 Filme am Tag sehen und stehen am nächsten Morgen wieder top fit in der Reihe. Keine Ahnung wie die das machen. Netter Weise gibts ein Catering Mobil, bei dem es Tee und Cafè für die Wartenden kostenlos gereicht wird. Tolle Idee.
Der Freitag war etwas heftig. Mich zog es ins Kino. Zwei Premieren standen auf meinem Zettel. Erst „Margin Call" mit Kevin Spacey und Jeremy Irons. Beide ebenfalls anwesend, um ihren Film in einer Welt-Premiere zu präsentieren. Demi Moore spielt eine kleine Nebenrolle. Mittlerweile wird in Hollywood schon gewitzelt, sie sähe jünger aus als Ehemann Ashton Kutcher. Schon irgendwie gruselig der Schönheitswahn, aber sie ist trotzdem ein Sahneschnittchen geblieben. Der Film, in dem es um die Bankenkrise 2008 geht, ist mit Fachbegriffen nur so vollgepackt. Mich hat er leider nicht so umgehauen.





Der zweite Film am Abend, der argentinische Wettbewerbsbeitrag „El primo“, war super spannend angekündigt. Jedoch kam er leider irgendwie nicht ausm Quark und auf den Punkt. Das sahen wohl einige Zuschauer genauso und gingen aus dem Film. Das Programm der diesjährigen Berlinale ist sehr dunkel und politisch, es fehlt ihr die Leichtigkeit.
Im Anschluss schlurfte ich noch zur Movie meets Media-Party ins Ritz Carlton. Zu dieser lädt Sören Bauer jedes Jahr im Rahmen der Berlinale. Es wurde geschlemmt, getrunken und fleißig Hände geschüttelt. Wilson Gonzales Ochsenknecht legt auf und es wurde ausgelassen getanzt. Drei Partys gab es an dem Abend, da war für einige Party-Hopping angesagt, um überall gesehen zu werden und nix zu verpassen. Für mich hieß es um 2 Uhr ab nach Hause. Komplett knülle.

Gestern hat sich Mc Donalds bei mir persönlich für 40 Jahre Treue bedankt – mit einem leckeren extra Big Mäc. Das nimmt man doch gern an. Wenn man schon mal sündigt, dann auch problemlos doppelt. :-D 

Einen interessanten Film habe ich heute gesehen – „A life in a day“. Eine Zusammenarbeit von den Geschwistern Tony & Ridley Scott und youtube. Das erste Mal, in der ein reiner Internetkonzern mit der Filmindustrie zusammentrifft. Die Idee: der 24.Juli 2010 - ein Tag im Leben von einzelnen Menschen auf der ganzen Welt. Es gab eine Ausschreibung via youtube. Es wurde ein Teil, der bei youtube hochgeladenen Videobeitrage, zu einem 90 Minüter liebevoll zusammengestellt. Glückliche, tragische, stille, laute Momente. Ich habe mehrfach gelacht, aber es kamen mir auch die Tränen.  Der Film endet mit den tragischen Bildern der Love-Parade 2010. www.youtube.com/lifeinaday 

Morgen gehts mit vollem Elan weiter. Drei neue Filme erwarten mich.
Bin gespannt ob sich Gerard Butler morgen auch zur Berlinale einfindet. Im Wettbewerbsbeitrag "Coriolanus" spielt er, unter der Regie von Ralph Fiennes. Das Ticket für die Premiere hab ich mir jedenfalls gesichert.
Einige Termine gilt es auch noch wahrzunehmen. Die Mischung machts. 
Ick freu mir.
Blick aus der BMW Lounge im Grand Hyatt

Vielen Dank fürs Lesen und auf baldo,
Euer Echo Girl