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Freitag, 2. August 2013

Las Vegas, der Strip und Sünde pur


The Entertainment Capitol of the World, wie Las Vegas genannt wird, ist für mich immer eine Reise wert. Selbst, wenn man sich nicht den Sünden der Stadt hingibt, kann man hier jede Menge Spaß und Unterhaltung finden.
Für die Amerikaner ist Vegas das Reiseziel überhaupt, bevor oder gerade wenn sie 21 Jahre werden. Grund dafür ist, dass außer in Nevada es in keinem anderen amerikanischen Bundesstaat erlaubt ist, ungehemmt und vor allem in aller Öffentlichkeit Alkohol zu konsumieren und sich dem Glücksspiel hinzugeben. Prostitution ist ebenfalls erlaubt. Diese Dienstleitung wird einem jedoch durch Visitenkarten, auf denen die buchbaren Schönheiten abgebildet sind, angeboten. Das komplette Sündigungspaket gibt es 24-Stunden rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr.

Aus Los Angeles erscheint es auf der Landkarte nur ein Katzensprung nach Vegas zu sein, jedoch braucht man selbst unter der Woche Minimum fünf Stunden mit dem Auto. Alternative wäre der Flieger oder der gute alte Greyhound-Bus. Ein Schnellzugverbindung war mal im Gespräch, wurde aber gerade von Obama auf Eis gelegt, weil die US-Steuerzahler keine Züge aus Kanada finanzieren wollen, selbst aber keine bauen. So fährt man mitten durch die Wüste vorbei an einigen kleinen Orten, viel Sand, Kakteen, Joshua Tree-Bäumen und verwaisten Häusern, bis man am Horizont die in der Hitze flimmernde Skyline von Las Vegas erkennt. 



Ich mag die Stadt irgendwie und freue mich wie Bolle. Einmal im Jahr ist für uns ein Besuch Pflicht. Wir meiden die Wochenenden und buchen das Hotel ein, zwei Wochen im voraus, so bekommt man meist einen guten Deal. Wichtig ist es auf die im angebotenen Preis NICHT inbegriffenen Resort-Fees zu achten, extra Parkgebühren sowie die Internetnutzung, dass kann sonst mal locker zu 100$ Zusatzkosten führen. Auf Anraten einer Freundin entscheiden wir uns dieses Mal fürs MGM Hotel, das gegenüber vom New York, New York gelegen ist und Spielstätte des bekanntesten Magiers der Welt ist – David Copperfield. 



Mich wunderts, dass der überhaupt noch zahlendes Publikum anzieht, aber gut, jedem was er mag. Während mein Mann das Auto parkt, was im MGM kostenlos ist, stelle ich mich an in der ewig langen Schlange der ebenfalls Check-in-Willigen. 

Über zwei große Leinwände flackern Musikvideos und dazugehörige Beschallung erledigen versteckte Boxen.  Ein guter Trick, damit einem die Wartezeit nicht zu lang erscheint. Bei der Musik, die sie spielen, denk´ ich nur so bei mir, noch zehn, fünfzehn Jahre und ich bin nicht mehr Zielgruppe. In der Tat sind die Anstehenden auch eher unter 50 als drüber. Die Dame vor mir setzt einen Mini-Plastikbecher zum Sturztrinken an ihren Mund und ihre Freundin tut es ihr gleich. Kurzes Grinsen, und zack weg. Uii, denk ich so bei mir, gerade angekommen und schon den ersten Kurzen am Hals - das nenn ich mal ´nen Einstieg. Respekt. Da aber jegliches Juchzen und Schütteln ausbleibt, wie das sonst bei den meisten Frauen nach dem „Genuss“ einen Schnapses üblich ist, bin ich etwas verwundert. Als ich an den beiden dann vorbei schaue, sehe ich am Rande drei Wasserspender stehen. Hier darf man sich in jenen Mini-Schnapsbechern ein Schlückchen abfüllen kann – Leitungswasser vermute ich, jedoch wird es mit Melone und Limette gepeppt und reichlich Eis versteht sich.


Nach einer dreiviertel Stunde sind wir dann endlich dran und bekommen auf Nachfragen eins der Zimmer mit Strip-View. Für alle, die noch nicht hier waren, das ist DIE Flanierstraße vor Ort. Man kann sogar zwischen Raucher- und Nichtraucher-Etage entscheiden. Noch eine Sache, die fast nur noch in Vegas üblich ist.
Das Zimmer ist im Grand Tower in einem der oberen Etagen gelegen. Wie der Herr beim Einchecken erwähnt, wurde dieser gerade frisch renoviert. Das  mit dem Strip-View ist etwas geschummelt, da man nichts von der Straße selber sieht, aber wenigstens die Skyline dort wird uns geboten. Wir sind happy. Schnell in die Badehose gesprungen und auf zum Pool. Die Strecke zieht sich etwas. Natürlich wird man immer durchs Casino geleitet, an den Restaurants und Getränkebuden vorbei, damit Du auch gegebenenfalls noch ne Mark hier lässt.

Die Poollandschaft ist aufgeteilt in verschiedene Beckenbereiche, was ganz angenehm ist. Man kann sich eine Cabana, also ein Zelt mieten, diese beinhaltet jedoch 400$ Verzehrpflicht. Was sich bei einem Tag am Pool lohnt, wenn man als Familie oder kleine Gruppe mietet, leider nicht für uns. Das Doublebed (200$) kann man sich sparen, die stehen zwar am Beckenrand, aber drum herum hast Du das tobende Volk. Somit tun es für uns zwei klassische Liegen auch. Über die Lautsprecher läuft ununterbrochen Musik, am Poolrand stehen Eiskübel mit Bierflaschen und die Bademeister schauen gelangweilt auf das planschende Partyvolk. Im Juli/August hat man gern 45 Grad Celsius und die Sonne knallt unablässig auf die meist käsigen Körper.


Wenn man am Pool entspannen und etwas Ruhe haben möchte, sollte man sich lieber in eins der abgelegenen Hotels einmieten.  Es gibt aber auch noch eine Steigerung in die andere Richtung – live DJ am Pool und Topless-Partys.

Als die Sonne am Abend etwas an Kraft verliert, begeben wir uns mit hungrigen Bäuchen auf die Suche nach einem Restaurant und werden schnell fündig. Die Auswahl an Restaurants in Amerikas Casino-Metropole ist riesig, egal ob Asiatisch, Italienisch, Mexikanisch oder klassisch Amerikanisch. Der britische Koch Gordon Ramsay z.B., der durch etliche TV Shows bekannt geworden ist, hat allein drei  Restaurants hier am Strip (Las Vegas Blvd). So verhält sich das auch mit anderen Köchen die Rang und Namen haben. Das Einzige was man braucht, ist eine gut gefütterte Brieftasche, aber die braucht man in Vegas ja eh. Wir entscheiden uns für ein japanisches Restaurant und werden nicht enttäuscht. Sushi, Sake, Steak und Salat lautet unsere Bestellung. Einfach köstlich. Wir lassen uns Zeit und genießen unseren ersten Abend.


Über den Strip schlendern wir zum Mandarin Oriental Hotel








 


Kaum tritt man durch die Hoteltür scheint der Lärm der Straße wie abgestellt, das fällt einem sofort auf. Eine absolute Ruheoase, da dieses Hotel kein Casino beherbergt. Mit dem Fahrstuhl gelangen wir in die 23. Etage, wo sich eine Bar und Tee-Lounge befinden. Eine Sofa- und Sitzlandschaft lädt zum Verweilen und Drinkschlürfen ein. Ein Blick ins Menü verrät, die Cocktails sind lecker und noch bezahlbar. 

Der Blick auf den Lichter-flackernden Strip ist atemberaubend. Leider hat das naheliegende „Aria Hotel“ eine überdimensionale Leinwand erbaut, so dass man nicht mehr den ganzen Strip hinunter sehen kann, dies vor ein paar Jahren noch möglich. Wirklich schade.
Wir drehen noch eine Runde über den Strip und fallen gegen Mitternacht erschöpft in die weichen Kissen des Hotelbettes. 

Das war´s mal wieder kurz und knapp. 

Mal schauen, was der morgige Tag so bringt - ich werde berichten :-)

Bis baldo,
Euer Echo Girl

Freitag, 7. Januar 2011

Sao Paulo adeus - auf nach Bogota !


Durch den Lärm auf der Strasse und die Nachtklingel des Hotels war es eine wirklich kurze Nacht. Etwas verknittert geht’s früh ausm Bett. Wie ich das liebe. Das Frühstücksbuffet ist bereits gedeckt für uns. Erstmal ein Käffchen und nen Tee, damit sich die Augen langsam mal öffnen und der Körper in Wach-Modus schaltet. Versuch geglückt. Überpünktlich holt uns der Taxifahrer, der am Vortag vom Hotel bestellt wurde, ab. Einmal quer durch die Stadt zum internationalen Airport Sao Paulo bringt er uns in knapp 30 min für einen Festpreis von R$100 / 40€. Unkompliziert und nur zu empfehlen.
Beim Check-in am Avianca-Schalter fragt mich doch die Dame vom Bodenpersonal tatsächlich nach meinem Rückflug nach Deutschland. Hä? Fragende Blicke. Ich habe doch einen Roundtrip ab Los Angeles gebucht. Wieso interessiert es Euch wenn ich von Brasilien nach Kolumbien fliege, wann und wie ich nach Deutschland zurückkomme. Is halt so, eine Anweisung der Airline das zu überprüfen, sagt uns die Dame schnippisch und etwas von oben herab. Es wird heiß diskutiert, geht ja schließlich hier auch ums Prinzip! Nützt aber alles nix. Glücklicherweise hab ich alle Unterlagen dabei. Da ich trotz Visum spätestens bei der Einreise in die USA meinen Rückflug vorzeigen muss.

Nach 4 ½ Stunden Flug landen wir in Bogota. Avianca ist eine Airline, die ich nicht wirklich empfehlen kann. Als Kunde hat man nicht gerade das Gefühl „König“ zu sein. Weder in der Luft noch auf dem Boden.
Es scheint die Sonne als unser Flieger auf der Landebahn aufsetzt. Die Abfertigung geht sehr schnell. Am Ausgang werden wir filmreif von einem Fahrer abgeholt. Ich glaub das war auch das erste Mal das mein Name groß und breit auf einem Schild stand. Der junge Mann bringt uns zu unserem Hotel im Stadtteil La Candelaria. Es war eine Empfehlung aus dem Lonely planet Südamerika-Führer. Ein guter Tipp wie sich heraus stellt. Im typisch kolumbianischen Kolonialstil wieder hergestellt und ein Anbau wurde gerade fertig gestellt. Wir dürfen mal wieder als Testwohner ran. Die Frage ist Suite oder Room – wir entscheiden uns für das „einfache“ Zimmer, obwohl eine Suite mit Fireplace sicher auch nett geworden wäre. Frank Plasberg sagte neulich in einer Sendung: Im Verzicht liegt der wahre Genuß ;-)






Unser Zimmer ist einfach wunderbar, sofort zum wohl fühlen. Es beginnt zu regnen. Die Mundwinkel gehen sofort nach unten. Nicht schon wieder. Es heißt also wieder den guten Rio-Schirm geschnappt, der mittlerweile einen echten Hammerjob gemacht hat. Wenn das seine Verkäufer wüssten, würden sie glatt die Preise anziehen.
Etwas scheu trete ich auf die Strasse und schaue nach links und recht. Einige schaurige Geschichten sind mir ja leider im Vorfeld zu Ohren gekommen. So erzählte meine Mutter, dass einer Touristin aus ihrer Reisegruppe auf einem Markt in Bogota die Ohrringe von einem Vorbeiflizenden rausgerissen wurden. Das war 1998, aber ich fands sehr gruselig. Aus diesem Grund hab jeglichen Schmuck zu Hause gelassen. Beim Anblick der zahlreich vertretenden Policia und Militaria auf den Strassen fuhl ich mich dann doch schon sicherer.
Leider sieht Bogota bei dem Wetter trotz bunter Farben eher grau in grau aus. Wirklich schade. Auf den Strassen bilden sich große Bäche, die es beim überqueren zu überspringen gilt. Viele der Geschäfte sind geschlossen bzw. stehen seit Ewigkeiten leer. Wir huschen durch die Gassen um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Schließlich kommen wir durchnässt ins Hotel zurück.
Beim morgendlichen Erwachen merke ich schon, es hat mich erwischt. Ich entscheide mich den Tag im Bett zu bleiben und auszuruhen. Große Hoffnung lastet nun auf der mitgeführten Reiseapotheke. Bis morgen muss ich wieder fit sein, dann geht’s schließlich in die Karibik.
Um 7.45 Uhr klingelt der Wecker auf meinem Nachtisch, den ich nicht gestellt habe. Kaum wieder weggenickt bimmelt das Telefon. Weckdienst, 8.45 Uhr. Sach mal wollt ihr mich ausm Zimmer haben oder was? Ok, wenn ihr so wollt, dann schleif ich mich eben zum Frühstück.
Al a cart zu frühstücken ist doch immer wieder eine Freunde. Lokale Köstlichkeiten, Omlette, Früchte, Saft und einiges mehr gibt die Karte preis. Wunderbar, dann mal anfahren bitte. Leider sind meine Geschmacksnerven durch die eingeschmissenen Tabletten bereits etwas lahmgelegt, aber das Auge isst ja bekanntlich mit. In der Annahme mein Kopfkissen sei aufgeschüttelt begeb ich mich zurück ins Zimmer. Leider is die Bude noch so, wie ich sie verlassen habe. Für mich kein Problem, ich kuschel mich zurück ins Bett und zieh die Decke über den Kopf. Ah,  jetzt schön ausruhen und der anfliegenden Grippe die Stirn bieten, denk ich noch so bei mir als das Telefon klingelt. Die Dame von der Rezeption erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden, worauf ich nur „I´m sick“ antworte und sie mir gute Genesung wünsch und auflegt. Hm warum hat sie eigentlich angerufen denk ich so bei mir, während ich schon langsam wieder wegschlummere. Gefühlte 10 min später läutet das Telefon erneut. Die Dame von der Rezeption bietet mir eine Touristentour an, worauf ich nur wieder sage, „I´m sick!“, diesmal etwas mit Nachdruck, aber trotzdem freundlich bemüht. Noch keine Minute Schlaf gefunden, jetzt aber ! Als ich gerade anfange einzudösen ring das Telfon wieder. Langsam bekomm ich schlechte Laune. Freundlich werde ich am anderen Ende der Leitung gefragt, wann es mir recht wäre das Zimmer zu reinigen. Ich sag nur leise „heute nicht mehr“ und bekomme ein überfreundliches ok zurück und gute Besserungswünsche. Mittlerweile ist es früher Nachmittag, mein Freund kommt von seiner Stadt-Erkundungstour zurück und leckeren Creps. Immer noch kein Auge zu getan, lausche ich den spannenden Geschichten und schaue mir die gerade geschossen Fotos an.
Was soll ich sagen, jetzt bin ich wach. Ich schau mir u.a. die „Kardashians“ mit spanischem Untertitel auf unserem großen Flatscreen TV an, uralte Folgen,aber zum ablenken reichts. Wahnsinn, das im Südamerikanischen Fernsehen mehr US-Serien gezeigt werden als in Europa. Für mich völlig unverständlich. Am Abend gönne ich mir eine große, frische Fleisch/Gemüse-Suppe via Zimmerservice. Sehr lecker und genau das Richtige für mich.
Noch vor dem Wecker werde ich wach. Es dauert etwas bis ich weiß ob es mir heut besser geht als gestern...JA! Noch immer etwas angeschlagen, aber – JA - ich bin definitiv bereit  für die Karibik.
Wieder eine kleine Belohnung für meine treuen Gefährten.

Ein Fahrer holt uns vom Hotel ab und bringt uns zum Eldorado Airport. Das Einchecken bei meiner "Lieblingsairline" Avianca läuft diesmal onhe Fragen und Stress ab. Nach 1 Stunde Flugzeit erreichen wir Cartagena. Ich bin sofort begeistert, aber dazu mehr beim nächsten Blog.

Freu ich über Fragen und Kommentare. 

Danke fürs Lesen und alle Liebe,
Euer Echo Girl